Pünktlich um 4 hielt der Bus an der Haukeliseter Fjellstue, einer großen Wanderherberge. Im Vorfeld hatte ich per Email mit den Leuten vor Ort abgeklärt, dass meine MassIV-Ruta-Stempelkarte im roten Briefkasten im Eingang liegt. Das hat alles geklappt. Es ist super, wie unkompliziert hier immer geholfen wird.
Dann habe ich mich und den Rucksack wasserfest verpackt und habe mich an den Aufstieg gemacht. Aber schnell wurde mir klar, dass die Fitness vom letzten Jahr wohl nicht mehr da ist. Der Anstieg zog sich ewig. Und irgendwie legte ich kaum Strecke zurück. Die Wege waren nass. Eigentlich lief ich mal wieder im Bachbett den Berg hinauf.
Ich war sehr unzufrieden mit mir, aber mein Körper wollte einfach noch nicht wieder akzeptieren, dass er einen schweren Rucksack die Berge hoch schleppen muss. Das wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis Kopf und Körper da wieder in der gleichen Geschwindigkeit unterwegs sind.
Auf der Strecke gab es ein paar Schneefelder zu kreuzen. Dafür schleppe ich diesmal sogar ein Paar leichte Grödel mit. Gerade an den steilen Abstiegen haben sie sich schon bezahlt gemacht.
Die Strecke war anstrengend und ich überlegte mehr als einmal, ob ich mir das mit der MassIV-Ruta so richtig überlegt habe. Außerdem machte sich mein Schlafmangel bemerkbar. Bei einer kurzen Pause auf einem Stein bin ich kurz eingenickt.
Irgendwann sah ich mein Etappenziel, die Hellevassbu. Von dort war es aber immer noch eine gefühlte Ewigkeit. Die Hellevassbu ist eine selbstbediente Hütte vom DNT. Nur leider war diese in einem superdreckigen Zustand verlassen worden. Kurz nach mir kam eine jetzt in Norwegen lebende Dänin, die mein Kauderwelsch sehr gut verstehen konnte. Sie selbst ist Hüttenverantwortliche für eine Hütte bei Oslo und hat sich extrem über den Zustand der Hütte aufgeregt. Überall lag Dreck auf dem Fußboden, das Geschirr war nicht abgewaschen, das Dreckwasser nicht entsorgt und die Betten nicht gemacht. Obwohl ich hundemüde war, hieß es jetzt erstmal Hütte putzen. Später kam dann noch ein junger Ungar, der von ihr zum Abtrocknen verpflichtet wurde. Sie war da sehr resolut. Nun noch kurz was essen und ich lag dann 19 Uhr im Bett - totmüde und zweifelnd, ob das hier gerade alles eine gute Idee ist.

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