#03 - Litlos - Sandhaug

Ich startete früh in den Tag. Und der war großartig. Die Sonne schien und man konnte weit über die Vidda schauen. Das sind die Tage, für die man unterwegs ist. Zwischendurch konnte man bis zur Fjellkette des Hallongskarvet und zum Hardangerjøkulen (Gletscher bei Finse) sehen.

Und gerade, wenn es perfekt ist, muss mir ein Missgeschick passieren. Die Wege hier sind sehr steinig und man muss sich ziemlich konzentrieren. Oder man stolpert und wird von seinem Rucksack überholt. Ich habe noch versucht, den Sturz zu vermeiden, was bei dem Zusatzgewicht jedoch nicht möglich war. Es war dann ein Sturz in Zeitlupe.

„Normalerweise“ falle ich auf den Rücken, wenn ich mal stolpere, und liege wie ein Marienkäfer auf meinem Rucksack. Diesmal lag der Rucksack auf mir. Das Aufstehen war schwierig. 

Bestandsaufnahme: Beine ok, rechtes Handgelenk hat was abbekommen. Ist auch gleich angeschwollen. Alle Finger beweglich, gebrochen scheint nichts zu sein, nur verstaucht. Erstmal wieder den Rucksack auf dem Rücken, was mit nur einer benutzbaren Hand schwierig ist. So richtig Kraft konnte ich beim Zugreifen nicht aufbringen, so dass ich froh war, die Hand in die Schlaufe vom Trekkingstock hängen zu können und nicht mit voller Kraft zugreifen zu müssen. Gut, dass ich kein Ultralight-Trekker bin, der die Handschlaufen von den Stöcken abschneidet, dann hätte ich den rechten Stock nicht mehr halten können. Speziell für Sabine: Flamenco-Handkreise waren nicht mal mehr im Ansatz möglich. 

Aber mit der Handschlaufenvariante ging es weiter. Nun hieß es noch besser aufzupassen. Gewicht konnte ich mit der Hand nicht mehr abstützen. 

Auf dem Weg kamen mir 3 Norweger entgegen, die mir einen schönen Pausenplatz an einem Wasserfall empfahlen. Der war wirklich gut. 

Die letzten 3 km zur Sandhaug-Hütte waren dann eher schwierig. Das gute Wetter nutzen die Mücken für einen Frontalangriff. Es half nur durchziehen und nicht stehen bleiben. 

An der Hütte zeltete ich wieder. Das war sehr schön. Nur die Hand machte mir ein bisschen Sorgen. Etwas Salbe drauf und sehen, ob es besser wird. Es ist schon ziemlich beschwerlich, die Hand nicht richtig gebrauchen zu können. 

Aber selbst wenn ich zum Arzt muss - die wichtigsten Vokabeln hatten wir ja im Kurs: „Handgelenk“, „gebrochen“, „schmerzstillende Spritze“… Danke André - ich bin auf alles vorbereitet. Aber noch ist es nicht soweit. Det ordner seg!



Kommentare

  1. det lilla storsjöodjuret16. Juli 2023 um 10:55

    Alles Gute für das Handgelenk, gute Besserung! Und ansonsten: weiter so!

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    1. Wird schon besser. Die Vokabeln muss ich wohl erstmal nicht anwenden.

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