#05 - Stigstuv - Krækkja

In der Nacht schaute ich kurz auf das Telefon, um zu wissen, wie spät es ist. Und da sah ich dass ich auf einmal Datenempfang hatte. Zwar sehr wechselhaft, aber wenn man sich vor das Fenster stellte, ging es. Also habe ich am Fenster stehend zwischen 2 und 3 Uhr die Blogartikel hochgeladen und danach noch mal geschlafen. 

Der morgendliche Blick aus dem Fenster zeigte eine Regenpause. Beim Frühstück erfuhr ich, dass ein Norweger hier auch parallel die MassIV-Rute läuft. Wir würden uns wohl abends am Etappenziel Krækkja wieder treffen. Das Wetter war wieder schlecht vorhergesagt (Regen und stürmischer Wind), so dass Zelten wohl ausfiel. 

Auch nach dem Start hielt die Regenpause überraschenderweise an. Das Gelände war technisch nicht anspruchsvoll und so kam das erste Mal das Gefühl, wirklich in der Tour angekommen zu sein. Kopf und Körper harmonierten plötzlich zusammen, es fühlte sich richtig an. Ich lief die ganze Zeit in einem Sonnenloch - links von mir ein Regenbogen über der Vidda. 

Manchmal hörte man das triste Piepen eines Vogels. Wir hatten beim Frühstück die Hüttenwirtin gefragt, wie der heißt. Der macht immer kurz „Piep“, dann kann man bis 4 zählen und dann kommt wieder ein einzelnes Piep. Wenn man ihn sieht, dann beobachtet man, dass er zwischen den Pieps ein paar Schritte läuft. Sein Name ist wohl Heilo. (Ich glaube jedoch nicht, dass das auf das Spielsystem im Basketball zurückzuführen ist.)

Nach über zwei Dritteln der Strecke erreichte ich die Straße von Geilo über die Hardangervidda, die wir bei unserem ersten Norwegenurlaub gefahren waren. Schön nach links und rechts schauen, um nicht vom WoMo oder Tesla umgefahren zu werden und dann nahm ich, wenn  jetzt auch in Regenschauern, die letzte Etappe zur Krækkja-Hütte in Angriff. Ich hatte Glück, kaum war ich angekommen, entlud sich ein wahrer Wolkenbruch. 

In der Hütte traf ich Olav aus der Stigstuv-Hütte wieder und lernte Eili (?), einen Niederländer kennen. Es war sehr lustig. Olav versucht, die MassIV-Rute zu filmen und schleppt dafür ein Stativ und einen 5m langen Selfi-Stick mit sich rum. Nur kommen diese nur selten zum Einsatz, weil Regen und Wind zu stark sind. Das ist wohl auch der Grund, dass auf den Videos von Wanderungen in Norwegen immer verhältnismäßig gutes Wetter ist. Lasst Euch nicht täuschen. Das ist nach meinen Erfahrungen nur maximal in 20% der Zeit so. Aber für diese Erlebnisse lohnt sich die Tour. Solltet Ihr es selber mal ausprobieren - die anderen 80% müsst Ihr aushalten, die gibt es gratis dazu.



Kommentare

  1. Der Vogel ist der Goldregenpfeifer (pluvialis apricaria).
    Ich wünsch dir alles Gute und Geduld! Hoffentlich geht es der Hand bald besser!

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    1. Das mit dem Regen passt ja! Danke für die Info und viel Spaß beim Weitermitlesen.

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