Heute würde eine lange Tour auf dem Plan stehen. In unserem Schlafsaal waren von den 24 Betten nur 5 besetzt, so dass es ganz entspannt war. Es war wieder kalt und sollte auch wieder viel regnen.
Auf dem Weg überholte mich als erstes Eili schnellen Schrittes. Dann kamen mir noch ein paar entgegen. Die Strecke war wirklich gut begangen. Der Regen machte die Kletterei auf den Steinen im Mittelteil mühselig. Man musste ganz schön aufpassen, weil das steile Schneefeld unterhalb der Blöcke im See endete. Abrutschen könnte böse enden.
Der Weg zog sich und am Nachmittag überholte mich dann noch Olav und 2 junge Norweger, die die Strecke Oslo - Bergen wanderten. Während die älteren Norweger immer von wechselnden Wetter sprechen oder dass vielleicht ein wenig mehr Aufenthaltsqualität sein könnte, brachten es die Jungs auf den Punkt: Drittvær (Dreckswetter). Nicht mal den Hardangerjøkulen, an dem man direkt vorbei geht, kann man richtig sehen.
Wenn man in Richtung Finse wandert, kann man den Ort schon von ca. 5 km Entfernung sehen, aber die ziehen sich. Das Gelände war sehr sumpfig. Das eine Bein war schon bis zur Wade im Matsch. Aber die Reflexe aus den Sumpfetappen vom Vorjahr funktionieren noch. Nachdem man dann noch einen Riesenbogen gehen muss, kommt man endlich an der Herberge an.
Dort traf ich Olav und Eili wieder, jedoch wird man zum Essen irgendwohin platziert, so dass ich bei einer dänischen Familie und ein paar älteren Damen aus dem Dovrefjell saß. Die Finsehytta beherbergt wirklich eine wilde Mischung. Aber es war auch ganz schön anstrengend, wenn auf einmal wieder so viele Leute auf einem Haufen sind. Morgen früh werde ich warten, bis die Post aufmacht, um meine Grödel wegzuschicken und mich dann auf den Weg zur Geiterygghytta machen.
Olav wollte schon zeitig starten und ggf. 2 Etappen bis Kongshelleren laufen und Eili wollte mit dem Zug nach Bergen fahren, um sich dort gute Regenkleidung zu kaufen. Dafür müsste Bergen ja das beste Pflaster sein. Wenn sich jemand mit Regen auskennt, dann die Bergenser.

Trotz Dreckswetter dann doch noch den Gletscher gesehen und fotografiert!
AntwortenLöschen