Am Morgen holte ich mir erstmal meine Schuhe aus dem Trockenraum, der wirklich eine sehr abenteuerliche Ofen-Trockner-Entfeuchter- Kombination hatte. Wahrscheinlich nicht zu Unrecht stand da dran, dass man da nichts berühren soll.
Los ging’s erstmal bergauf - logisch, man muss ja die Höhenmeter wieder wettmachen, die man abends runtergelaufen ist. Wenn man sich umdrehte, hatte man tolle Blicke über das Tal. Die Gegend hier ist sehr schön und wäre wirklich wert, nochmal herzukommen.
800 Höhenmeter aufwärts mussten heute überwunden werden. Langsam merkte ich jedoch, dass trotz der Monsteretappe gestern mein Körper die Aufstiege wieder besser wegsteckt. Außerdem wird ja mit jedem Tag Selbstversorgung der Rucksack leichter.
Auf dem Anstieg traf ich auf einen Franzosen, der auch zur gleichen Hütte wollte. Eigentlich wollten wir nicht zusammen weiterlaufen, aber wir überholten uns gegenseitig immer wieder, je nachdem, wie das Gelände war. Und dieses wurde immer blockiger in Verknüpfung mit Schneefeldern. Große konnte man relativ problemlos queren, die kleinen sind jedoch so aufgeweicht und brüchig, dass man sie besser umläuft. In der Hütte sollte ich dann erfahren, dass diese Steingegend „Helvete“ (die Hölle) heißt. Wirklich ein passender Name.
Und als ob das alles noch nicht genug wäre fing es als wir die Hütte schon in ca. 1 km liegen sahen dermaßen an zu regnen, dass wir noch mal so richtig nass wurden. Der Tag hatte es echt in sich. Obwohl es nur 16,6 km Strecke waren, hatte ich dafür über 8 h benötigt.
Auf der Bjordalsbu traf ich eine Französin, die die MassIV-Rute von Norden aus lief und mir berichtete, dass gerade der Anfang im Breheimen sehr herausfordernd ist. Außerdem war in der Hütte noch ein Pärchen, mit dem ich mich nett unterhalten haben und die von Rentieren auf den folgenden Etappen berichtet haben. Außerdem stellte sich heraus, dass sie Olav kennengelernt hatten, mit seinen 5m-Selfistick auch diese Hütte gefilmt hatte und dann weiter gegangen war. Er scheint immer doppelte Etappen zu laufen. Auf der einen Seite ist es schade, weil ich ihn so nicht mehr treffen werde, auf der anderen Seite freue ich mich immer, seinen Namen im Besøksprotokoll in den Hütten zu lesen.

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