#10 - Bjordalsbu - Skarvheim

Ok. Heute morgen musste ich erst noch durch den Rest der Hölle. Aber danach würde es bergab ins Tal gehen. Und mit 13 km war die Etappe heute eine der kürzesten. 

Am Morgen räumten wir noch die Hütte auf und gingen alle so ziemlich um die gleiche Zeit los. Gilles, der Franzose, der ein paar Tage die gleiche Strecke läuft, fegte noch kurz durch, so dass wir nicht ganz gleichzeitig losgingen und jeder seinen eigenen Rhythmus laufen kann. 

Die Hölle war immer noch genauso höllisch steinig wie gestern, aber nach ca. der Hälfte der Gesamtstrecke und mit sinkenden Höhenmetern wurde es grüner. Das Wetter war toll heute, so dass ich immer wieder stehen blieb, um mich umzuschauen. Ich hatte ja heute Zeit. Mir fiel das Gespräch mit Alexander aus Trondheim an der Kvitfjellhytta im letzten Jahr ein, in dem er sagte, dass man die guten Momente im Fjell genießen muss. Ich habe also eine schöne lange Pause in der Sonne gemacht und hatte tatsächlich die Wahl zwischen Fleecejacke und Regenjacke. Vorher musste ich meist beides übereinander anziehen.

Nach der Steinhölle war der Weg einfach. Ich traf eine Frau, die auch die MassIV-Rute von Norden ging, aber jetzt in Finse aufhören wollte, weil sie aufgrund des Wetters und des Schwierigkeitsgrades mehr Zeit gebraucht hatte, als veranschlagt. Auch sie sprach von zwei harten Anfangsetappen. Puh, was da wohl noch auf mich zukommt.

Jetzt ging es aber erstmal den Weg und die folgende Schotterstraße runter ins Tal und dann 300 m am Riksvei nach rechts. Die Lage der Skarvheim-Hütte ist so nahe der Straße sehr ungewöhnlich. Und damit diese einfache Zugänglichkeit an der Straße nicht mißbraucht und z.B. das Proviantlager geplündert wird, liegt sie etwas versteckt im Gebüsch und ist auch nicht sehr gut ausgeschildert.

Das Proviantlager plünderte statt dessen ich und aß eine Dose Pfirsiche, die ich natürlich per App bezahlte. Außerdem nutzte ich den Luxus einer Dusche. Das kannte ich außer bei bedienten Hütten vorher nur aus Ny Sulitjelma.

Die kleine Hütte wurde noch recht voll. Außer Gilles kam noch ein älteres norwegisches Ehepaar, ein Niederländer und ein Norweger, der auf dem Rückweg vom VinjeRock-Konzert war. Ich nehme mal an, nicht zu Fuß… Der Norweger war sehr an Deutschland interessiert, da er unter anderem in Leipzig und Münster studiert hatte. Er war auch gut informiert und fragte mich zu so speziellen Themen, wie dem 49€-Ticket und der Löwenjagd in Kleinmachnow aus. Bloß gut, dass ich gerade vorher noch Nachrichten gelesen hatte, sonst hätte ich mit letzterem wohl nicht viel anfangen können.



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