Am Morgen ging es ausnahmsweise etwas später los. Gut geschlafen hatte ich nicht, irgendwo habe ich mir einen Infekt eingehandelt. Na, da hilft frische Luft und die gibt es hier reichlich.
Heute würde es über den Gletscher gehen. Etwa gegen 11 Uhr war Treffpunkt am oberen Einstieg angesagt. Bis dahin waren ein paar Höhenmeter Abstieg zu überwinden. Das Wetter sah nicht richtig gut aus. Wir hatten an der Hütte alle unsere Klettergurte bekommen. Am Einstieg gab es dann die Steigeisen und wir machten uns klar für den Abstieg.
Wir wurden in 2 Gruppen aufgeteilt, die jeweils eine Seilschaft bildeten und in etwas Abstand nebeneinander gingen, damit nicht alle auf dem gleichen Pfad laufen. Die Guides von der Hütte zeigten uns neue Gletscherspalten und lotsten uns um unsichere Stellen herum. Das Wetter spielte heute leider nicht ganz so mit, so dass es aufgrund von Regen keinen Fotostopp auf dem Gletscher gab. Beeindruckend war es trotzdem.
Unten wartete schon die Gruppe, die in die andere Richtung hoch zur Hütte wollte. Wir gingen weiter zur Sognefjellshytta. Diese modernisierte Herberge liegt direkt an der Straße und ich kannte sie von früheren Norwegen-Touren. Jasper war auch schon da und wir machten eine Waffel-Pause. Er schloss sich meinem Plan an, noch ein paar Kilometer zu gehen, damit die Etappe morgen kürzer wird.
Wir liefen los - verschieden schnell, wie immer. Plötzlich kam eine Wolke und ab da war von der Landschaft nicht mehr viel zu sehen. Der Weg war anspruchsvoll - viele Steine und ständiges Auf und Ab.
Da kam mir irgendwann die Frage, wo ich hier einen Platz für mein Zelt finden soll. Als mir dann 3 Norweger entgegen kamen, fragte ich die. Sie sahen auch erst ratlos aus. Die einzige Stelle, die sie sich vorstellen können, ist direkt am Staudamm. Ich tastete mich weiter durch den Nebel. Eine Belgierin, die ich später traf meinte, man könne hier überall gut zelten. Nun ja. Ich vertraue den Norwegern.
Die Stelle am Staudamm fand ich dann auch - gegenüber stand ein Auto, aber wenn es nichts anderes gibt, dann parke ich eben mein Zelt ein. Die Fahrer des Autos kamen nach einiger Zeit zurück. Sie waren wohl beim Angeln gewesen. Sie wunderten sich etwas über das Zelt, entschieden dann richtigerweise, dass es wohl ein Wanderer ist und fuhren los. Ab da hörte ich draußen nichts mehr, da der dichte Nebel alle Geräusche verschluckte. Ich hoffte nur, dass auch Jasper einen Zeltplatz gefunden hat.

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